Diplom- Ausbildung: Hundepsychologie

 

  • Theoretische und praktische Ausbildung für Hundetrainer
  • Tierpsychologie - Hund (Hundepsychologie)
  • Hunde- Verhaltensberater

 

Die offenbar steigende Nachfrage besorgter Haustierbesitzer sorgt immer mehr für das Entstehen eines neuen Berufes.
Die Integration von Hunden in die Familie und mangelndes Wissen über das Wesen der Hunde führen zunehmend zu Missverständnissen und Problemen im Zusammenleben zwischen Hund und Halter, die sich vor allem im häuslichen Bereich abspielen.
Dies war der Hauptgrund, warum wir im Jahre 2003 mit unserer Hundepsychologie- Ausbildung begonnen haben.
Wir waren damals in Österreich das erste Institut, das solche Ausbildungen für Tierhalter angeboten hat.
In dieser Zeit haben wir viel Erfahrung gesammelt, aus Fehlern gelernt, und wir arbeiten ständig daran uns zu perfektionieren.

Die seriöse Tierpsychologie ist heute eine stark anwendungsorientierte Fachrichtung. In der Regel sind es freiberufliche Dienstleister, die sich Tierpsychologen nennen und Verhaltensberatung für Hunde-, Katzen- und Pferdehalter geben, wenn deren Tiere unangepasstes Verhalten zeigen. Durch genaues Analysieren des Verhaltens von Tier zu Tier, von Mensch zu Tier und Tier zu Mensch können sie aufzeigen, durch welche Änderungen bei Mensch und Tier die Verhaltensauffälligkeiten der Tiere korrigiert werden können.
Ihre erfolgreiche Umsetzung in die verhaltenskundliche Praxis setzt gleichermaßen eine genaue Kenntnis des Instinktverhaltens der Tiere voraus, wie der Mechanismen der Verhaltensformung durch Lernen (= Konditionierung).

An erster Stelle stehen bei uns der Tierschutz, der Umweltschutz und dadurch bewirkte biologische Lebenseinstellung!
Die Zeit ist reif und notwendig für ein Umdenken!
Wir hoffen und erwarten, dass unsere Schüler und Absolventen diesen Gedanken bei uns lernen und in die Welt tragen!

Österreichisches Tierschutzgesetz

weitere Informationen...

Die Ausbildung wird auf 4 Semester, insgesamt 24 Wochenenden aufgeteilt.

Einstiegsmöglichkeiten:

Die Ausbildung ist ein Rad, ein Einstieg ist bei jedem Kurs möglich.
Bei jedem Theoriekurs und jedem Praxiskurs. D. h. in jedem Monat.

Auf Wunsch der Teilnehmer haben wir ab jetzt auch das gesamte Praktikum verpflichtend in die Ausbildung integriert.
Wir arbeiten mit mehreren erfahrenen Hundetrainern zusammen, damit man ein breites Spektrum an Möglichkeiten kennen lernen kann.


Die Praxiswochenenden finden jährlich im Mai, Juni, Juli und August statt.
Diese Wochenenden werden nach Themen unterteilt. Änderungen sind immer möglich, da wir laufend dazu lernen.

Wir können natürlich praktisch nicht das gesamte Spektrum abdecken. Deshalb ist für die Spezialisierung ein Praktikumsplatz für jedes Spezialgebiet empfehlenswert. Unsere Dozenten und Ausbildungsleiter helfen bei der Suche und beraten Sie gerne.
 

Anmeldungen nur über die Homepage:  http://www.gesundheitsakademie.at/pages/tiere/anmeldung.php


Ausbildungsinformationen:

Jeder Kurs der Ausbildung kann auch einzeln von externen Teilnehmern besucht werden, jedoch zum Einzel-Seminarpreis.   

Ausbildungskosten: Gesamtpreis, Ratenzahlung, Einzelkurs-Preis: auf Anfrage      

Die Ausbildung umfasst 24 Wochenendkurse davon sind 16 Kurse reine Theorie- Wochenenden und 8 Sommerkurse vorwiegend Praxis- Wochenenden. Sollte sich seitens der Bundesverordnung etwas ändern, werden wir unseren Studienplan dieser natürlich anpassen, damit man sich mit unserer Ausbildung jederzeit zertifizieren lassen kann.

Wir bemühen uns in unserem neu überarbeiteten Plan, während der Ausbildung, um viel Praxis mit erfahrenen Hundetrainern.

Prüfung und Diplom:
Für das Diplom muss man alle 24 Kurse besuchen und bezahlen und eine theoretische Prüfung absolvieren.
Es gibt 2 Prüfungstermine pro Jahr: im März und Oktober. 
Die Prüfung raten wir allen Personen an, die beruflich mit fremden Hunden arbeiten wollen.

Privatpersonen, die diese Ausbildung nur für das Wohlergehen ihrer eigenen Tiere besuchen möchten, müssen nicht zwingendermaßen eine Prüfung absolvieren,  bekommen aber dafür auch kein Diplom, sondern nur eine Kurs-Teilnahmebestätigung.

Unser Lehrplan beinhaltet die unten angeführten Inhalte, die im Jahr 2012 im Entwurf der Verordnung des Bundesministers für Gesundheit hinsichtlich näherer Bestimmungen über die tierschutzkonforme Ausbildung und das Verhaltenstraining von Hunden vorgeschrieben wurden und zudem viele andere interessante und wichtige Themen rund um den Hund. Ausbildungsinhalte der 2012- Verordnung, die alle auch in unserer Ausbildung schon seit 2003 enthalten sind, finden Sie hier:  Die Verordnung sehen Sie hier

Die freiwillige Zertifizierung:
Wichtig! 

Die Zertifizierung ist nicht verpflichtend für die Ausübung des Berufes. Der Beruf ist ein freies Gewerbe.
Für den Erfolg im Beruf sind eine gute Ausbildung, viel Wissen, viel Praxis, die Liebe zum Tier, der respektvolle Umgang mit dem Tier und seinem Halter notwendig. Der Tierschutz muss hier eine Selbstverständlickeit sein!

Die Koordinierungsstelle gemäß §8 der Verordnung hinsichtlich näherer Bestimmungen über die tierschutzkonforme Ausbildung von Hunden zur Vergabe des Gütesiegels „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin“ bzw. „Tierschutzqualifizierter Hundetrainer“ ist am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien angesiedelt. Im Rahmen der ihr übertragenen Tätigkeiten lässt sich die Koordinierungsstelle ausschließlich von wissenschaftlichen Erkenntnissen, rechtlichen Grundlagen und ethischen Erwägungen leiten.

Info:

http://www.vetmeduni.ac.at/hundetrainer/


Lehrplan, Termine
 

Da wir den Lehrern erlauben die einzelnen Kurse dynamisch zu gestalten, können die einzelnen Seminarinhalte nicht immer hundertprozentig den angeführten Inhalten entsprechen.
Wir gehen dadurch auch nicht auf eventuelle Reklamationen ein, falls die einzelnen Themen nicht genau den angeführten entsprechen! Die hier angeführten Themen sind nur eine grobe Leitlinie der Seminare.
Es ist also den Lehrern vorbehalten die Kurse nach dem jeweiligen Bedarf zu gestalten und eventuell zu verändern.

Die Skripten werden hauptsächlich auf elektronischem Weg übermittelt. Beim Kurs, oder nach dem Kurs. Das bestimmt der jeweilige Lehrer. Laptop ist vorteilhaft, Speicherkarte ist notwendig.
Reklamationen sind ausgeschlossen.


Die theoretischen Kurse finden  in der Gesundheitsakademie Wien, Otto- Bauer- Gasse 20, statt.

Es dürfen nur Hunde mitgenommen werden, bei denen keine Betreuung zu Hause möglich ist oder nach vorhergehender telefonischer Absprache.

 

2016


Die Reihenfolge der Inhalte für 2016 kann eventuell noch geändert werden.

Januar   2016   

Kommunikation und Didaktik

Grundlagen der Kommunikation und Rhetorik
Vermittlung von Lerninhalten und Aufbau von Trainingsaufgaben ethische Fragen der Hundeausbildung
Gesprächsführung für Hundetrainer
Kommunikation und Interaktion mit Hundehaltern
Respektvoller Umgang mit Mensch und Tier


Februar 2016     Dr. Dorit Feddersen-Petersen

Wir freuen uns auf das Seminar mit der bekannten Professorin, Dozentin, Hunde-Verhaltens-Forscherin und Buchautorin.

Aus den Seminarthemen:

  • Was ist normales Verhalten, was gestörtes Verhalten?
  • Frühe Ontogenese, sensible Phase...
  • Normale Störung, Umgebungsdruck, genetische Disposition.
  • Welche Umgebung ist falsch.
  • Psychologie und Pathopsychologie.
  • Molekulare Ebene, ZNS.
  • Aggressionen, Stress...
  • Verschiedene Ausprägungen davon.
  • Zustande-Kommen, Ursachen, Vermeidung, Resourcen. 
  • Verhaltensentwicklung Geburt- ca. einem Jahr
  • Welpenentwicklung
  • Verhaltensentwicklung verschiedener Rassen

März  2016    PD Dr. Udo Ganslosser

 "Ihr Hund ist aber dominant!" Wie haltbar ist eine solche Aussage?  PD Dr. Udo Ganslosser

Zumeist wird der Begriff Dominanz  falsch oder fargwürdig verwendet. Dominanz ist Teil der Konfliktregelung und kommt zum Tragen sobald es um die Ver- und Zuteilung von Ressourcen/Interessen (Futter, Territorium, Sozialpartner,...) geht. Sie ist also eine Beziehung zwischen zwei Individuen.

Im Seminar klären wir folgende Fragen

  • Wer übt also Dominanz aus und wer wird dominiert?
  • Welche Rolle spielt der soziale Rang des Hundes in Bezug auf Kontrolle und Initierung?
  • Wie groß ist die Einflussnahme des Hormonspiegels?
  • Hat Dominanz etwas mit Aggression zu tun?
  • Wie wichtig is Dominanz für das Verhalten von Hundegruppen?
  • Und kann man das Konstrukt "Dominanz" auf die Mensch-Hund Beziehung übertragen?
  • Dominanz, Anführerschaf, Impulsivitätt und Kooperation.....

April 2016   Kati Fiegert

Artgerechte Ernährung und Haltung von Hunden

  • Artgerechte Haltung und Zusammenleben mit dem Hund
  • artgemäße Anforderungen an Haltung, Fütterung, Pflege des Hundes, Fragen des Zusammenlebens von Hund und Mensch im Alltag

PRAXISWOCHENENDEN (Termine kommen demnächst)

Mai   Hundetrainig Christian Jaul


18./ 19. Juni   Mag. Ursula Aigner Canis Sapiens

Angst und Aggression

Samstag Vormittag in der Otto-Bauer- Gasse 20


2./ 3. Juli    Mag. Ursula Aigner Canis Sapiens

Resozialisierung

Samstag Vormittag in der Otto-Bauer- Gasse 20


6./ 7. August  Hundetrainig Christian Jaul


24./ 25. September  2016  Christian Jaul

  • Rassekunde
  • Rasse- spezifisches Verhalten: Entstehungsgeschichte der einzelnen Rassen und ihre Eignungen
  • individuelle und rassespezifische Unterschiede im Verhalten
  • Grundlagen der Hundezucht

8./ 9. Oktober  2016   Mag. Martina Pluda Juristin 4 Pfoten
 

Tierschutz und Recht    

  • Recht, Tierschutzrecht, rechtliche Fragen der Hundehaltung
  • tierschutzgerechte Erziehungsmethoden und tierschutzrelevante Fragen der Hundeausbildung
  • Kenntnis und Anwendung tierschutzgerechter Ausbildungsmethoden
  • Tierschutzrelevanz verschiedener Erziehungsmethoden und –hilfsmittel
  • Qualzuchten, Sachkundenachweis, Hundeführerschein

Recht in der Mensch- Tierbeziehung

  • Mensch-Tier-Beziehung, Kinder- Hunde, Fremde- Hunde, mögliche Zwischenfälle
  • Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen und der Mensch-Hund-Beziehung im Besonderen

5./ 6. November   2016    Mag. Gerlinde Trux

Geschäftsgründung und Geschäftsarten (Einzelunternehmen, KG, ARGE, Verein u.s.w.),
Gewerbeschein, Steuern, Marketing, Versicherungsarten  und  -möglichkeiten....


17./ 18. Dezember  PD Dr. Udo Ganslosser

Wie wirken Stoffwechsel, Hormone und Ernährung auf das Verhalten der Hunde.

Copyright auf das Konzept und Inhalte


2017


Januar    

veterinärmedizinische Grundlagen

  • Grundlagen der Genetik, Erbkrankheiten...

Februar    

Biologische Grundlagen der Mensch-Hund-Beziehung 


März     

Vom Wolf zur Mensch-Hund-Beziehung


April        Dr. Dorit Feddersen Petersen 

1. Anpassungsähnlichkeiten im Sozialverhalten zwischen Hunden und Menschen: Möglichkeiten und Verpflichtungen

Menschen und Hunde passen im sozialen Kontext schlicht perfekt zueinander. Der “psychische“ Nutzen ist vorrangig, fragt man heute nach den Gründen der Domestikation des Wolfes. Dass Wölfe zu Hunden, Haustieren besonderer Prägung, wurden, hat mit ihrer Soziogenese zu tun, die derjenigen des Menschen ähnlich ist. Im Zeitraum von 18.800 bis 32.000 Jahren entwickelte sich die „soziale Passung“ zwischen Menschen und Hunden zunehmend über ein aufeinander bezogenes Zusammenleben: Hunde passten sich dem Habitat des Hausstandes an unter Einpassung in soziale Strukturen des Menschen, der Bindungspartner wurde.

Hunde und Menschen eint somit eine lange gemeinsame Geschichte, die ihre Gefühls-, Sozial- und Bedeutungswelt mit ihren Anpassungsähnlichkeiten in Naturell und sozialer Struktur zur „sozialen Passung“ brachte.

Vertraut sind uns systemische Effekte, die dazu führen, dass Bindungspartner in mitunter grotesk anmutender sozialer Abgestimmtheit auftreten, also frappierende mimische und gestische Ähnlichkeiten im Ausdrucksverhalten, in Ritualen der Kommunikation und der sozialen Auftritte aufweisen. Vereinende Mechanismen des sozialen Miteinanders von Hunden und Menschen sind kommunikative Finessen mit großer Wirkung. So etwa, wenn es um die Mimiken von Menschen und Hunden geht.

Emotionen als Anpassungsmechanismen und deren mimische Abbildung werden bei Menschen und Hunden vorgestellt.

Der Kommunikationspsychologe Paul Ekman hat in seinem „Facial Action Coding System“ Standardanalysen durchgeführt, nach denen jeder Ausdruck

in seine Komponenten zerlegt und jede Kombination der möglichen Muskelbewegungen analysiert werden kann. Für die menschliche Mimik existiert ein Atlas, der diese vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten abbildet.

Mimisch werden etwa bei Menschen und Hunden bestimmte Signale offensichtlich als relationale Reize (Gestaltreize) perzipiert, die Gesamtfiguration des Gesichts ist im Gedächtnis als Schema repräsentiert, worin bestimmte Teilmerkmale spezifisch verknüpft sein müssen und einen abgestuften Auslösewert besitzen.

Im Ansatz entsprechende Untersuchungen wurden im Tiergarten der Universität Kiel an Wölfen und Haushunden verschiedener Rassezugehörigkeit durchgeführt.

Bestimmte Ausdrucksregionen und die jeweils aktiven Elemente

mimischen Ausdrucks bei Wölfen und Haushunden wurden miteinander

als Display in Verbindung gebracht.

12 Einheiten können variabel codiert werden:

zu ca. 60 Displays (Canis lupus) bzw. 6 bis 12 Gesichtern bei Canis lupus familiaris (Rassenunterschiede).

Können Kinder Hundegesichter korrekt interpretieren? Hat sich auch der Mensch an das Zusammenleben mit Hunden adaptiert?

In der AG „Hundeverhalten“ der Universität Kiel wurde untersucht, ob Menschen über ein intuitives Verständnis des optischen Ausdrucksverhaltens von Hunden verfügen. So wurden Kita-Kinder (4/6 Jahre alt, mit Entwicklung der Emotionserkennung) mit der Diskriminierung der hundlichen Mimiken „fröhlich“ und „aggressiv“ betraut. Die Kinder „free-labeln“ das Ausdrucksverhalten von Hunden mit einer Wahrscheinlichkeit, die über dem Zufall liegt, „korrekt“.

Lachen als „geistiges Kitzeln“ (Darwin 1872) ist etwas Soziales, bei Menschen und Hunden, es hat mit Beziehungen und Gesellschaft zu tun, ist ansteckend, da verhaltensangleichend.

Ein phylogenetisch altes Erbe scheint auch das Lächeln des Menschen zu sein, das bestimmte Hunde Menschen gegenüber zur Kontaktaufnahme zeigen.

Warum Hunde als DIE Haustiere des Menschen doch mitunter unverstanden bleiben, wird dargestellt und die Verbundenheit von Hunden Menschen gegenüber als ihrem „eigentlichen Sozialpartner“ aufgezeigt.

Die Ähnlichkeiten in Gefühls-, Sozial- und Bedeutungswelt von Hunden und Menschen sollten letzteren besondere Verpflichtung sein.

2. Biologie des Wohlbefindens von Haushunden

  • welche biologischen Funktionen tragen zum ‚Wohlbefinden‘ bei?
  • was sind individuelle Grundbedürfnisse?
  • gibt es ein ‚universelles‘ Wohlbefinden?
  • ein biologisches Konzept für Wohlbefinden:
  • was bedeutet dieses für soziale Tiere?

Neue Erkenntnisse zur tierschutzorientierten Ethologie werden vorgestellt:

Der Nachweis psychischer Veränderungen wird gerade bei hoch entwickelten Säugetieren, wie beispielsweise den Hunden, auch dadurch erschwert, dass Tiere individuell genauso unterschiedlich auf Belastungen reagieren wie Menschen: Während das eine Individuum möglicherweise verstärkt ängstlich oder unsicher wird, reagiert ein anderes mit zunehmender Aggression oder auch Teilnahmslosigkeit. Zur Beurteilung eines psychologischen Zustandes eines Tieres muss also nicht nur dessen Gesamtverhalten herangezogen werden, vielmehr sollten auch eine möglichst gute Kenntnisse seines vorherigen Verhaltens / seiner Verhaltensentwicklung vorliegen.

Grundsätzlich hat Verhalten die Funktion, eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt zu ermöglichen. Wenn ein Verhalten nicht mehr situationsgerecht eingesetzt wird, dann ist es zumindest als problematisch einzustufen. Verhaltensprobleme entstehen zumeist dann, wenn die Umweltanforderungen die Fähigkeiten eines Individuums zu einer sinnvollen Interaktion unmöglich machen, also sein Anpassungsvermögen überfordern. Vor allem Instabilität und Unvorhersagbarkeit seiner Umwelt – und besonders seines Halters – sind für einen Hund extrem belastend und stressvoll.

In der Biologie beschreibt Stress jeglichen Zustand, der von einem Ruhezustand abweicht. Eine Stressreaktion ist zunächst einmal einfach die Erstellung einer körperlichen und mentalen Bereitschaft, auf eine Herausforderung reagieren zu können. Das kann eine positive oder negative Herausforderung sein: Stress entsteht während der Beutejagd und Nahrungsaufnahme ebenso wie beim Spiel, bei der Fortpflanzung, oder während einer Auseinandersetzung. Stress ist also nicht grundsätzlich schlecht – im Gegenteil. Wie fast immer, ist das Maß entscheidend. Die Empfindung von Stress findet vor allem auf einer subjektiven, emotionalen Ebene statt und es ist daher aus menschlicher Sicht zuweilen schwierig einzuschätzen, welche Situation für ein Tier in belastender Weise stressvoll ist und welche nicht. Innerhalb seines individuellen Anpassungsvermögens gibt es für jeden Hund einen optimalen ‚Wohlfühlbereich‘. Der eine Hund fühlt sich am wohlsten, wenn er ständig beschäftigt ist, neue Hunde und Menschen trifft – wenn er also viel positiven Stress erfährt. Ein anderer Hund will vielleicht auch beschäftigt werden, aber vorzugsweise mit einer festen, gleichbleibenden Aufgabe. Wieder ein anderer Hund fühlt sich vor allem dann wohl, wenn er viel Ruhe hat.

Wie weit und für wie lange ein Hund sich außerhalb dieses Bereiches befinden kann, ohne ernsthafte Probleme zu entwickelt, ist unterschiedlich und beschreibt eben sein Anpassungsvermögen. Es ist daher wichtig, den Bereich des optimalen Wohlbefindens eines Hundes zu kennen und ihm die dafür erforderlichen Umweltbedingungen zur Verfügung zu stellen, denn Problemverhalten oder Verhaltensstörungen eines Hundes zeigen also vor allem eines an: die dauerhafte Überschreitung seines individuellen Anpassungsvermögens. 


PRAXISWOCHENENDEN

Mai   

 


Juni 

 


Juli   

 

 

 


August   

 


September    

Welpenalter, Aufzucht von Hunden

  • Welpen- Entwicklung und Sozialisationsphasen, Welpen- gerechtes Lernen und Anforderungen an „Welpenschulen“
  • Entwicklung, Welpenerziehung und Welpenschule
  • Entwicklungsphasen, wann kann was gelernt werden
  • Was braucht ein Welpe
  • Gestaltung von Welpenkursen.
  • Fallbeispiele

Oktober    

Lernverhalten von erwachsenen Hunden und Methoden

  • Lernverhalten von Hunden und Lernmethodik, lerntheoretische Grundlagen von klassischer Konditionierung und operanter Konditionierung sowie von kognitivem und sozialem Lernen bei Hunden
  • Lerntheorien
  • Trainingsmethoden
  • Fallbeispiele

November   

Wesen und Verhalten

  • Wesen und Verhalten von Hunden, Sozialverhalten
  • artgemäßes Verhalten von Hunden in Normalsituationen versus Konfliktsituationen
  • Wesens- und  Temperamenteinschätzung
  • Sozialordnung und Ressourcenkontrolle bei Hunden

Ausdrucksverhalten

  • Ausdrucksverhalten von Hunden
  • Kommunikationsverhalten von Hunden gegenüber Artgenossen sowie Menschen nach bestimmten Stimmungslagen 
  • Ausdrucksverhalten des Hundes – „Normalverhalten“ Hund und rassespezifische Unterschiede

Dezember    

1. Parasiten, Hund/ Katze

Ausnahmsweise wird hier auch die Katze durchgenommen, da viele Tierfreunde Hunde- und Katzenhalter sind.
Was passiert im Körper nach einer Impfung, gegen welche Erkrankungen wird geimpft,die wichtigsten Symptome, Übertragung ...
welche Parasiten gibt es, Entwurmung: wie und wie oft muss man sie durchführen.

2. Impfungen, Hund/ Katze

was passiert im Körper nach einer Impfung, gegen welche Erkrankungen wird geimpft, die wichtigsten Symptome, Übertragung ...
 

3. Erste Hilfe, Hund und Katze

sicherer Transport von Hund/Katze zum Tierarzt
Vitalparameter: Atmungfrequenz, Puls, IKT....
Praktische Übung: Anlegen eines Verbandes, was ist zu beachten
Erste Hilfe leisten, Trauma, Symptome von Schock und Schmerz
Hitzschlag, Verbrennungen, Bisswunden...

 

Unsere Ausbildung schließt mit einer internen theoretischen Prüfung und Diplom ab.

Es bleibt danach jedem Teilnehmer frei überlassen, sich zertifizieren zu lassen.
Der Beruf ist ein freies Gewerbe und ist damit nicht an Zertifizierungen gebunden. Diese sind freiwillig.

Prüfungsordnung, Qualifikation und Zertifizierung nach der Bundesverordnung:

Als „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin“ bzw. „Tierschutzqualifizierter Hundetrainer“ dürfen sich nur solche Personen bezeichnen, die neben den verlangten Anforderungen,

1. die erforderliche Qualifikation nachweisen können,
2. die Prüfung positiv abgeschlossen haben und
3. die verpflichtende Fortbildung von zumindest 40 Stunden innerhalb von zwei Kalenderjahren besuchen, die einerseits eine Wiederholung und Vertiefung der Ausbildungsinhalte und andererseits eine Weiterbildung bietet.

Der Qualifikationsnachweis für die Zertifizierung gilt als erbracht, wenn die Hundetrainerin bzw. der Hundetrainer die, in der Bundesverordnung genannten Punkte erfüllt und mindestens zwei Jahre praktische Erfahrung in der Arbeit mit Hunden nach den Grundsätzen des § 2 nachweisen kann.

Die kommissionelle Prüfung, welche die Ausbildungsinhalte gemäß § 7 zum Inhalt hat, besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, die von einer Prüfungskommission gemäß Abs. 3 gemeinsam abgenommen wird.

Im praktischen Teil sind Lösungsansätze in mindestens vier unterschiedlichen Trainings-Situationen vorzusehen.